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Vortrag des DMB-Historikers Dr. Witt bei internationaler Konferenz über die "Atlantikschlacht"
im Zweiten Weltkrieg

Im Rahmen der britischen Veranstaltungen zur Erinnerung an die "Atlantikschlacht" fand am 23. und 24. Mai 2013 in Liverpool unter dem Titel "The Battle of the Atlantic Remembered" eine internationale Historikerkonferenz statt, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit der Geschichte dieses bedeutenden, doch gerade in Deutschland oft in den Hintergrund rückenden Aspektes des Zweiten Weltkriegs beschäftigte. Rund 30 namhafte Marinehistoriker aus Großbritannien, Australien, Deutschland, Kanada und den Vereinigten Staaten präsentierten in ihren Vorträgen neueste Forschungsergebnisse über die sogenannte "Atlantikschlacht", die über die gesamte Dauer des Zweiten Weltkrieges währte. Die Vorträge behandelten eine große Bandbreite von unterschiedlichen Themenfeldern, angefangen bei operationsgeschichtlichen Betrachtungen, wie der Frage nach der Rolle des Konvoiwesens oder die britische Reaktion auf die Bedrohung durch die deutschen U-Boote, über die Vorstellung einzelner Akteure, wie den kanadischen Marineoffizier James Douglas Prentice, bis hin zu sozialgeschichtlichen Betrachtungen über das Schicksal von Familien und Kindern im Zweiten Weltkrieg. Zu den Referenten zählten unter anderem die aus zahlreichen Fernsehdokumentationen auch hierzulande bekannten britischen Historiker Eric Grove und Andrew Lambert sowie der renommierte kanadische Marinehistoriker Mark Milner.

Als Vertreter des Deutschen Marinebunds nahm DMB-Historiker Dr. Jann M. Witt an der Konferenz in Liverpool teil. "Wir wurden sehr herzlich aufgenommen. Wiederholt wurde uns von den britischen, kanadischen und amerikanischen Kollegen versichert, wie eminent wichtig es sei, dass auf solchen Tagungen auch die deutsche Perspektive Erwähnung findet," berichtet Dr. Witt über die Tagung. In seinem Vortrag präsentierte der Historiker des Deutschen Marinebunds eine Überblick über die deutsche Überwasserstrategie im Zweiten Weltkrieg. Die Hauptaufgabe der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg war neben der Sicherung der deutschen Küsten die Bekämpfung der atlantischen Versorgungswege Großbritanniens. Neben U-Booten wurden auch die Schlachtschiffe und Schweren Kreuzer im Handelskrieg eingesetzt, wobei der strategische Wert dieser Unternehmungen mindestens ebenso wichtig wie die Versenkung von Handelsschiffen, denn durch den Einsatz schwerer Überwassereinheiten sollte eine große Zahl britischer Kriegsschiffe im Geleitschutz gebunden werden. "In den Pausen und beim Abendessen haben wir anregende Diskussionen über verschiedene Ansätze und Fragestellungen geführt. Auch in dieser Hinsicht war die Tagung ein voller Erfolg," so Dr. Witt. Als zweiter deutscher Historiker sprach Korvettenkapitän Christian Jentzsch von der Marineschule Mürwik über die Rolle der Luftwaffe in der Atlantikschlacht. Die Zusammenarbeit zwischen Kriegsmarine und Luftwaffe bei der Seekriegführung aus der Luft war während der gesamten Kriegsdauer unzulänglich. Das Fehlen einer eigenständigen Marine-Luftwaffe erschwerte der Kriegsmarine vor allem die Fernaufklärung über See zur Unterstützung des Handelskrieges im Atlantik.
Den Abschluss der zweitägigen Konferenz bildete ein Empfang des Ersten Seelords der Royal Navy im Liverpooler Maritimen Museum. "Es war eine großartige Tagung mit hochkarätigen Vorträgen in einem freundschaftlichen und kollegialen Umfeld", fasst Dr. Witt die Konferenz zusammen.
amcham
v.l.n.r.:
Dr. Jann M. Witt und Korvettenkapitän Christian Jentzsch von der Marineschule Mürwik
 
 
 
   
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