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Enthüllung einer Gedenktafel für einen australischen Seemann im Marine-Ehrenmal in Laboe
Am 19. April 2013 wurde im Marine-Ehrenmal in Laboe durch den australischen Botschafter Peter Tesch und Rear Admiral Allan du Toit von der australischen Marine eine Gedenktafel für den australischen Seemann Petty Officer Ronald McDonald (1918-1942) enthüllt. Sein Schicksal steht stellvertretend für die gefallenen australischen Seeleute im Zweiten Weltkrieg.


Die Gedenktafel für Petty Officer MacDonald unterstreicht den internationalen Charakter des Marine-Ehrenmals und macht deutlich, dass im Marine-Ehrenmal in Laboe den auf See Gebliebenen aller Nationen gedacht wird. Die Idee für die Aufstellung der Gedenktafel für Petty Officer MacDonald entstand im November 2011 anlässlich einer Gedenkfeier zur Erinnerung an die Gefallenen des Gefechts zwischen dem australischen Kreuzer SYDNEY und dem deutschen Hilfskreuzer KORMORAN. Gemeinsam verfolgten Botschafter Tesch und der Deutsche Marinebund den Gedanken weiter. Die Wahl fiel schließlich auf Petty Officer MacDonald, da dieser während des Zweiten Weltkriegs sowohl im Mittelmeer, als auch im Indischen Ozean gedient hat.

Im Anschluss an eine Kranzniederlegung, in der Botschafter Tesch und Rear Admiral du Toit im Namen des Commonwealth of Australia und der australischen Marine den auf See Gebliebenen gedachten, fand in der Historischen Halle des Marine-Ehrenmals eine Feierstunde zur Einweihung der Gedenktafel für Petty Officer McDonald statt. In seiner Begrüßung wies Karl Heid, Präsident des Deutschen Marinebunds darauf hin, dass die Gedenktafel nachdrücklich den besonderen Charakter des Marine-Ehrenmals unterstreicht: "Es ist für den Deutschen Marinebund eine Ehre, am heutigen Tag hier in der Historischen Halle des Marine-Ehrenmals die Gedenktafel für Petty Officer Ronald MacDonald zu enthüllen. Sie ist der sichtbare Beweis für die Bedeutung dieses Ortes als internationale Gedenkstätte für den Frieden und Versöhnung."

Auch der australische Botschafter Peter Tesch betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Marine-Ehrenmals als Zeichen der Freundschaft zwischen Deutschland und Australien: "Petty Officer MacDonalds kurzes Leben zeigt, wie eng miteinander verknüpft ist, was geographisch so weit entfernt scheint." Er erinnerte zugleich auch an die Enthüllung der Gedenktafel für die Gefallenen des Gefechts zwischen der SYDNEY und der KORMORAN im Marine-Ehrenmal im November 2010, mit der das gute und enge Verhältnis zwischen dem deutschen Marinebund und dem Commonwealth of Australia begründet wurde.

In seinem Festvortrag schilderte Rear Admiral Allan du Toit, militärischer Repräsentant Australiens bei der NATO, das kurze Leben von Petty Officer Ronald Allan Heffernan MacDonald. Er wurde am 18. März 1918 in Footscray, Victoria/Australien als eines von acht Kindern geboren und trat am 30. Oktober 1935 in die Australische Marine ein. Ab 1939 diente er als ASDIC-Operateur auf den Zerstörer STUART. Gemeinsam mit vier weiteren älteren australischen Zerstörern verstärkte die STUART ab Januar 1940 die britische Mittelmeerflotte. Am 29. September 1940 versenkte die STUART das italienische U-Boot GONDAR. Für seinen Anteil an diesem Gefecht wurde MacDonald mit der Distinguished Service Medal ausgezeichnet.

MacDonald wurde zum Petty Officer (Maat) befördert. 1941 wurde er auf den Zerstörer VAMPIRE versetzt. Im April 1942 operierte die VAMPIRE zusammen mit dem britischen Flugzeugträger HERMES von Trincomalee auf Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, aus. Am 9. April 1942 wurde Trincomalee und die beiden Schiffe von japanischen Flugzeugen angegriffen. Beide Schiffe wurden durch japanische Sturzkampfbomber versenkt, wobei auf der HERMES 307 Seeleute und auf der VAMPIRE neun Männer einschließlich des Kommandanten ihr Leben verloren. Das Hospitalschiff VITA rettete 590 Überlebenden von beiden Schiffen und brachte diese nach Colombo. Unter ihnen war auch Ronald MacDonald, der am 13. April 1942 seinen schweren Verwundungen erlag. "Sein Vorbild inspiriert uns bis zum heutigen Tag," schloss Rear Admiral du Toit seinen Vortrag.

Im Anschluss gab der Historiker des Deutschen Marinebunds, Dr. Jann M. Witt, eine kurze Einführung in das Konzept der Historischen Halle: "Die neue Ausstellung betont die Rolle des Marine-Ehrenmals als Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen und Mahnmal gegen das Vergessen, wobei nicht nur an die die deutschen, sondern auch an die alliierten Toten zur See erinnert wird."

Den Abschluss der kurzen, aber bewegenden Zeremonie bildete die feierliche Enthüllung der Gedenktafel für Petty Officer MacDonald durch Botschafter Tesch und Rear Admiral du Toit. Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde vom Holzbläserquintett des Marinemusikkorps Ostsee. Rund 50 Gäste, darunter zahlreiche Vertreter von Politik und Bundeswehr, nahmen an der Veranstaltung teil.

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